31.10.2022

Information über die rechtskonforme Einbindung von Webfonts

Aktuell erhalten einige Websitebetreiber Abmahnung gegen die Remote-Einbindung von Google Fonts und Adobe Fonts. Wir informieren Sie, wie Sie die Webschriftarten auf Ihrer Website rechtskonform verwenden können.

Datum
31.10.2022
Lesedauer
Bisher wurden individuelle Schriftarten in Webshops und Websites remote eingebunden. Das bedeutet, dass die Schriftarten direkt vom Server des Anbieters wie Google oder Adobe geladen werden. Nach einem Urteil des Landgerichts München ist es jedoch ab sofort nicht mehr erlaubt, Webfonts ohne die Zustimmung der Nutzer von den Servern externen Anbieter (Google/Adobe) zu laden.
Folgerichtig dürfte die Schrift also erst dann geladen werden, wenn Nutzer der Weiterleitung von personenbezogenen Daten über den Cookie-Banner zugestimmt hat. Würde der Nutzer jedoch ablehnen, müsste keine oder eine andere Schrift angezeigt werden, was die Nutzererfahrung mit der Website oder dem Webshop deutlich beeinträchtigen würde.
 

Empfehlung: Lokales Einbinden von Schriftarten 

Für unsere Kunden empfehlen wir, die gewünschten Schriftarten herunterzuladen und lokal auf Ihrem Server zu speichern. Somit werden die Schriftarten beim Besuch der Website direkt von Ihrem Server geladen, anstatt remote von den Google- oder Adobe-Servern geladen zu werden. Damit besteht für das Laden von Schriften keine Verbindung zu den Servern von Drittanbietern und es werden keine Daten ausgetauscht. Mit dieser Art der Einbindung sind Sie auf der sicheren Seite und von dem Urteil nicht betroffen.
Handlungsempfehlung: Falls Sie Google Fonts oder Adobe Fonts noch über den herkömmlichen Weg auf Ihrer Seite eingebunden haben (oder sich unsicher sind), kontaktieren Sie uns direkt für eine persönliche Beratung.



Wieso wurde ich abgemahnt? 

Aufgrund des Urteils vom Landgericht München I vom 20.01.2022 (AZ.: 3 O 17493/20) bei dem die Rechtswidrigkeit der Remote-Einbindung (ohne Zustimmung) von Webschriftarten wie Google Fonts und Adobe Fonts festgestellt wurde, kursieren aktuell viele Abmahnungen von Privatpersonen und Abmahnkanzleien gegen Webseitenbetreiber die Google Fonts oder Adobe Fonts (Adobe Typekit Webfonts) als Schriftart auf ihren Seiten remote eingebunden haben.
Mit dem Urteil ist es nicht mehr möglich diese Webfonts ohne Zustimmung der Nutzer rechtskonform von den Servern externen Anbieter (Google/Adobe) zu laden. Daher wird die Remote-Einbindung von Webschriftarten von Drittanbietern ohne vorherige Zustimmung der Nutzer jetzt flächendeckend abgemahnt.
Weitere Informationen finden Sie hier.
 

Was sind Google Fonts und Adobe Fonts? 

Google Fonts ist ein Verzeichnis mit über 1.400 von Google bereitgestellten Schriftarten. Diese Schriftarten sind frei verfügbar und können remote oder auch lokal auf dem eigenen Webserver verwendet werden. Bei Adobe Fonts werden die Schriftarten gegen eine Lizenzgebühr zur Verfügung gestellt und können dann ebenfalls remote oder lokal verwendet werden.  
Kritisch wird es nur, wenn Sie Google Fonts oder Adobe Fonts remote nutzen und nicht auf Ihrem eigenen Server gespeichert haben. Hier werden die einzelnen Schriftarten dann nicht von Ihrem Server, sondern von den Servern von Google oder Adobe geladen. Dadurch werden automatisch personenbezogene Daten der Website-Besucher an Google und Adobe übermittelt.